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Berliner Schwimmerin Elena Krawzow gewinnt Gold bei den Paralympics

Die Berliner Schwimmerin Elena Krawzow hat bei den Paralympischen Spielen in Tokio eine Goldmedaille über 100 Meter Brust gewonnen. Die zweimalige Weltmeisterin holte sich den Sieg im Finale der Klasse SB 13 (Sehschwäche).

Der deutsche Schwimmstar ist vor allem dafür bekannt, bei den Paralympics in London 2012 eine Silbermedaille über 100 Meter Brust gewonnen zu haben. Ein Jahr später wurde sie Weltmeisterin in derselben Kategorie.

Ein außergewöhnliches Leben

Krawzows Ausflug in den Schwimmsport begann schon in jungen Jahren, aber die Reise war alles andere als einfach. Ihre Familie zog 2005 von Kasachstan nach Bamberg in Deutschland. Als sie gerade sieben Jahre alt war, erkrankte Krawzow an Morbus Stargardt – einer Erbkrankheit, die langfristig zu schweren Sehstörungen und Erblindung führt.

Mit 12 Jahren wechselte sie die Schule und besuchte ein Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte in Nürnberg. Hier begann Krawzows Reise im Wasser. Der Leiter des Freizeitzentrums wurde auf sie aufmerksam und lenkte ihr Interesse auf den Schwimmsport. Sie begann im Alter von 13 Jahren zu schwimmen und übertraf dabei jeden Meilenstein in Windeseile. Ihr Talent führte sie von Nürnberg zum Paralympischen Sport Club Berlin, wo sie 2015 dem Schwimmteam beitrat. Seitdem gibt es kein Zurück mehr.

Krawzow hat sich auf das Brustschwimmen und den Freistil spezialisiert. Sie wird aufgrund ihrer stark eingeschränkten Sehkraft in die Startklasse S13 eingeordnet.

Deutsche Schwimmer bei den Paralympics in Tokio

Die 27-Jährige war bereits im Vorfeld des Wettbewerbs die schnellste Zeit geschwommen. Im Finale schwamm sie die 100 Meter Brust in einer Zeit von 1:13,46 Minuten und erreichte damit vor der Britin Rebecca Redfern (1:14,10) und der US-Amerikanerin Colleen Young (1:15,69) die Anschlagmatte.

Krawzows Sieg in Tokio ließ lange auf sich warten. Es ist das erste Mal seit London 2012, dass ein deutscher Schwimmer Gold gewonnen hat. In Rio belegte sie einen enttäuschenden fünften Platz.

Die deutschen Schwimmer und Schwimmerinnen aus Berlin und Brandenburg haben bei den Paralympics in Tokio tolle Leistungen erbracht. Nur sechs Minuten vor Krawzows Wettkampf gewann Taliso Engel ebenfalls Gold über 100 Meter Brust. Verena Schott aus Cottbus gewann zweimal Bronze im Pool. Deutschland hat Grund zum Feiern, wenn man bedenkt, dass dem deutschen Schwimmsport während der Olympischen Spiele 2016 in Rio keine großen Erfolge geglückt sind.