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Lehmann wegen rassistischer Äußerung gefeuert

Jens Lehmann, Ex-Nationaltorwart und ehemalige Torhüter von FC Arsenal, wurde seines Amtes im Aufsichtsrat von Hertha BSC enthoben, nachdem der ehemalige deutsche Fußballspieler Dennis Aogo in den sozialen Medien veröffentlichte, dass Jens Lehmann ihm eine rassistische WhatsApp-Nachricht geschickt hatte.

Laut Stephan Uersfeld von ESPN erhielt Aogo von Lehmann eine Nachricht über den Messenger-Dienst mit der Frage: „Ist Dennis eigentlich euer Quotenschwarzer?“

Auf Twitter drückte Lehmann sein Bedauern für den Vorfall aus und lobte Aogo: „Als ehemaliger Nationalspieler ist er sehr fachkundig und hat eine tolle Präsenz und bringt bei Sky Quote.“ Seit seinem Karriereende als Fußballspieler arbeitet Aogo als Sportexperte für Sky Sport.

Im Weiteren berichtet Uersfeld, dass die Holdinggesellschaft von Hertha BSC, Tennor Holding, in einer Erklärung gegenüber der Zeitung „Die Welt“ den Rücktritt von Lehmann aus dem Verein bekannt gegeben habe. „Der Vertrag von Jens Lehmann wird mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Damit entfällt auch das Mandat im Aufsichtsrat“, sagte Tennor-Sprecher Andreas Fritzenkötter. Er fügte hinzu: „Wir finden das persönlich sehr schade. Aber das ist mit den Grundsätzen von Tennor und Lars Windhorst nicht vereinbar – erst recht vor dem Hintergrund, dass wir viele Colourpeople als Mitarbeiter haben.“ Laut BBC Sport hat Hertha BSC-Präsident Werner Gegenbauer seine Unterstützung für die Entscheidung der Holdinggesellschaft zum Ausdruck gebracht.

Zwischen 1987 und 2011 spielte Lehmann für mehrere Mannschaften Fußball, darunter Arsenal, Schalke, AC Mailand, Borussia Dortmund und Stuttgart. Auch international vertrat er Deutschland mit 61 Einsätzen. Nach der aktiven Karriere war Lehmann zuletzt Co-Trainer bei Augsburg, bevor er Mitte Mai 2020 als Vertreter der Tennor Holding in den Aufsichtsrat von Hertha BSC gerückt ist.

Von 2004 bis zu seinem Rücktritt als Fußballspieler im August 2020 vertrat Aogo unter anderem Hamburg, Freiburg, Schalke, Stuttgart und Hannover 96.

Die rassistische Beleidigung gegen Aogo ist kein Einzelfall. Auch der von Schalke ausgeliehene Rabbi Matondo aus Wales machte den Rassismus gegen seine Person öffentlich. Der 20-Jährige nahm als Zeichen gegen Hass und Rassismus an einem Social-Media-Boykott teil. Später machte Matondo jedoch bekannt, dass er seit der Aufhebung des Boykotts weiterhin auf seinen Social-Media-Accounts rassistische Beleidigungen erhalten hat und belästigt wurde.

Die Muttergesellschaft von Instagram, Facebook, reagierte auf die vielen Hass-Kommentare gegen Matondo und gab folgende Presseerklärung ab: „Der Hass auf Rabbi Matondo ist abscheulich. „Wir dulden keine rassistischen Beleidigungen auf Instagram und haben die Accounts, die diese Nachrichten an Rabbi Matondo geschickt haben, am Wochenende entfernt.“