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Menschenrechte sollten an erster Stelle stehen

Nationalspieler aus Deutschland, Norwegen und den Niederlanden nahmen vor ihren WM-Qualifikationsspielen an einer T-Shirts-Aktion teil, um ihre Unzufriedenheit mit den Menschenrechtsbedingungen in Katar zum Ausdruck zu bringen. Laut einer im vergangenen Monat vom Guardian veröffentlichten Umfrage sind mindestens 6.500 Gastarbeiter, vorwiegend junge Männer, umgekommen, seit Katar vor einem Jahrzehnt zum Gastgeber der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 gewählt wurde.

Beim Einlaufen aufs Spielfeld vor dem 3:0-Sieg gegen Island in der Gruppe J hatten die deutschen Nationalspieler eine Botschaft dabei und präsentierten schwarze Trikots mit der Aufschrift “Human Rights” (“Menschenrechte”). Unterdessen trug das norwegische Team vor dem Spiel gegen Gibraltar in der Gruppe G am Mittwoch Trikots mit den Worten “Human Rights” und “Respect”.

Der deutsche Mittelfeldspieler Leon Goretzka, der Deutschlands erstes Tor bei dem Quali-Spiel erzielte, äußerte sich deutlich zum Menschenrechts-Statement der DFB-Elf. „Wir haben die WM vor uns und es wird Gespräche darüber geben. Wir wollten zeigen, dass wir die Situation nicht außer Acht lassen“, sagte Goretzka.

Danach rief Norwegen erneut in seinem zweiten Qualifikationsspiel am Samstag gegen die Türkei zur Wahrung der Menschenrechte auf und ging noch einen Schritt weiter. Diesmal lud es weitere Teams ein, sich ihnen anzuschließen: “Menschenrechte auf und neben dem Platz. Norwegen, Deutschland – wer als Nächstes?” Die Antworte gaben die niederländischen Spieler, die vor ihrem WM-Qualifikationsspiel in Gruppe G gegen Lettland am Dienstagabend T-Shirts mit der Aufschrift “Football Supports Change” (“Fußball unterstützt Wandel”) trugen. 

Nach den Disziplinarvorschriften der FIFA können Spieler und Verbände, die eine Sportveranstaltung für nicht-sportliche Demonstrationen nutzen, disziplinarisch bestraft werden. Bisher wurden jedoch keine solche Maßnahmen ergriffen.

Das autoritär regierte Emirat Katar steht wegen seiner Vorschriften und Arbeitsbedingungen für Gastarbeiter in Kritik. Im Wüstenstaat leben zur Zeit mehr als zwei Millionen Gastarbeiter, mit deren Hilfe die Infrastruktur für die Weltmeisterschaft gebaut wird. Im Gegensatz zu den kritischen Stimmen, gab FIFA-Präsident Gianni Infantino letzte Woche an, dass das Land durch die Ausrichtung des Turniers soziale Fortschritte gemacht habe.

Laut einem Sprecher der WM-Organisatoren in Katar sind seit Beginn des Baus der Stadien im Jahr 2014 drei arbeitsbedingte Todesfälle und 35 weitere Todesfälle außerhalb des Arbeitsplatzes aufgetreten. In einem Interview vergangene Woche erklärten die Kataris, man hätte sich „immer um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter“ gekümmert und fügten hinzu: „Der SC hat jeden Fall gründlich untersucht und daraus Lehren gezogen, um eine Wiederholung in der Zukunft zu verhindern.“